978-3-570-31268-1

ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Broschur,
240 Seiten, 11,8 x 18,7 cm,
30 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-570-31268-1
Erschienen am  09. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.




Thema: Kinderraub und Zwangsadoption im Nationalsozialismus

Reiner Engelmann: Alodia, du bist jetzt Alice!

Alodia Witaszek ist fünf Jahre alt, als der nationalsozialistische Terror sie jäh aus ihrem vertrauten Leben reißt. Als Widerstandkämpfer gegen die deutsche Besatzung in Polen wird ihr Vater hingerichtet, während man ihre Mutter nach Auschwitz deportiert.
Die blonde und blauäugige Alodia jedoch wird als »rassenützlich« befunden und als »Geschenk des Führers« einer deutschen Familie zur Adoption übergeben.
Nach Kriegsende sucht Alodias leibliche Mutter zwei Jahre lang nach ihrem verschleppten Kind. Mit Erfolg: Alodia kehrt in ihre fast vergessene Familie zurück und muss ihre Muttersprache neu lernen.

In »Alodia, du bist jetzt Alice!« zeichnet Reiner Engelmann unter Verwendung von Originaldokumenten, Fotos und Mitwirkung der Zeitzeugin das bewegende Schicksal der Alodia Witaszek nach.

IZu diesem Titel hat die erfahrene Pädagogin Christine Hagemann altersgerechte Arbeitsblätter zur Interpretation und Textproduktion konzipiert, die sich mit inhaltlichen Kernthemen wie Nationalsozialismus, dem KZ Auschwitz, die gewaltsame „Eindeutschung“ verschleppter Kinder sowie Menschen- und Kinderrechten auseinandersetzen. Im problem- und handlungsorientierten Umgang mit dem Text tragen diese dazu bei, Jugendliche für die Thematik zu sensibilisieren und deren emotionales Verstehen zu fördern.
Schüler ab der 9. Klasse erweitern darüber hinaus ihr Textverständnis und entwickeln ihre Reflexions- und Urteilsfähigkeit.

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KOMMENTAR

Die Geschichte Alodias – ich habe unsere Sonderausgabe betreut – lässt einen nicht mehr los. Einerseits schockt die Brutalität der Nationalsozialisten, die auch vor Kindern nicht Halt machte und der Familie Witaszek wie zahllosen anderen unsägliches, lebenslanges Leid aufbürdete, andererseits haben mich Alodia und ihre Mutter tief beeindruckt, denen es gelang, Brücken zu schlagen und die Beziehung zu der Pflegemutter zu wahren, die auch gelitten haben wird, als ihr das Kind, das sie ja offenbar liebevoll aufzog, wieder genommen wurde. Die Aufnahme des Buches in unser Programm kann so vielleicht ein Zeichen der Würdigung dieser bewundernswerten Lebensleistung sein, und ich hoffe sehr, dass es viele Menschen erreicht.

Dr. Brigitta Gruber-Corr, Bundeszentrale für politische Bildung